Kinderzahnmedizin und Angstpatienten

Kinderzahnmedizin und AngstpatientenFür unsere kleinen Patienten haben wir ein großes Herz und sind für die Behandlung von Kindern sehr gut gerüstet.
Kinder funktionieren anders als Erwachsene, sie sind Jetzt-Menschen. Die Einsicht jetzt etwas Unangenehmes hinzunehmen, damit es später besser sein wird, haben sie nicht, weshalb es bei der Behandlung von Kindern manchmal keine 2te. Chance gibt. Die erste Sitzung sollte immer ein reiner Prophylaxe, bzw. Kontrolltermin sein, damit das Kind einen Zahnarztbesuch nicht automatisch mit Schmerzen in Verbindung bringt, sondern mit Angenehmen.
Das Verhalten der Eltern ist dabei sehr wichtig. Oft wird die Angst der Mutter/Vater auf das Kind unbeabsichtigt übertragen. Vermeiden Sie bitte Aussagen, wie „Wir gehen zum Zahnarzt, es tut auch nicht weh.“ Sie sagen immerhin auch nicht: „Wir gehen zum Bäcker, es tut auch nicht weh!“.  Für den ersten Besuch mit Ihrem Kind bei uns haben wir Ihnen einen kleinen Leitfaden zusammen gestellt.
Der erste Eindruck entscheidet! Neue Erlebnisse / Informationen werden im Gehirn immer gemeinsam mit Gefühlen und mit einer Bewertung abgespeichert. Bei einem Kontakt mit einer bereits erlebten Situation, wird hierarchisch vom Gehirn zuerst die Bewertung abgerufen und dann die Erinnerung.
Der Angstpatient weiss, dass es unbegründet ist, trotzdem  hat er Angst.    
Deshalb haben manche Angst vor der Farbe Weiss, reagieren auf Gerüche mit Unwohlsein, finden den Auslöser der Furcht in Spritze, Bohrer, Geräusche, Farben, Schlagwörter.
Die Situation auf dem Zahnarztstuhl empfindet der ängstliche Patient wie auch das Kind als bedrohlich; umzingelt vom Personal, ohne Fluchtmöglichkeit, auf dem Rücken liegend, das Personal maskiert bis zu den Ohren, ohne Einfluss aufs Geschehen, ohne zu Wissen was passiert.


In vieler Hinsicht unterscheidet sich deshalb das Vorgehen bei Angstpatienten / Phobikern nicht von dem bei der Kinderbehandlung. Der Angstpatient sollte gleich zu Anfang die Phobie ansprechen, dann kann sich der Behandler darauf einstellen.
Der Behandler muss sich in den Patienten reinversetzen können, er muss auch Aspekte der Psychologie streifen.


  • Eine solche Praxis muss angenehm duften, helle Farben haben, beruhigende Musik ausstrahlen.Kinderzahnmedizin und Angstpatienten
  • Tell- Show – Do !
  • Zuerst wird erzählt, was zu machen ist, dabei werden Worte wie „Bohrer“, „Spritze“, „Zange“ streng vermieden.
    Dann wird es am Finger gezeigt; „Es kitzelt“, „es macht nass“, „es schläft“
    Und dann erst wird losgelegt.
  • Das Fundament jeder Beziehung ist: Vertrauen. Deshalb ist auch die Aufklärung über die Behandlungsabläufe wichtig.
  • Hypnose hat viele Facetten; bei Kindern kann das schon ein ablenkendes Gespräch oder der Fernseher sein.
  • Angstreduktion:
    Das Gutsle
    vor der Behandlung bewirkt die Ausschüttung von Endorphinen, was die Behandlungstoleranz erhöht.
    Zum Sprechen animieren- Angstkontrolle durch Aktivierung der linken Hirnhemisphäre, damit werden die Hirnströme der rechten Hirnhemisphäre unterdrückt (hier sitzen die kortikalen Angstgefühle).Pausen machen, Stirn kühlen, usw.
  • Bei Erwachsenen können Entspannungstraining, Übungen zur Muskelentspannung nach Jacobson durchgeführt werden. Hierfür gibt es auch Übungs-CD‘s für das Training zu Hause.
  • Öfter ausspülen lassen, den viele Patienten haben bei Flüssigkeitsansammlung ein Erstickungsgefühl.
  • Der Würgereiz kann durch die Lachgassedierung reduziert, teilweise vermieden werden.
  • Die schmerzarme Spritze: mit Hilfe von intraligamentären oder intraossären Injektionen gehören schmerzende Einstiche der Vergangenheit an. (The Wand ®)
  • Für jeden noch so geringen Kooperationsfortschritt sollten Kinder wiederholt gelobt werden.
  • Ein Recall-System ist sehr wichtig, um ein Rückfall  in das Vermeidungsverhalten zu verhindern.


Wenn der Wille zur Behandlung da ist, aber die Angst in Vordergrund steht, gibt es Sedierungsmöglichkeiten: Kinderzahnmedizin und Angstpatienten
Dormicum
Die Wirkung ist dosisabhängig. Man kann mit Midazolam sowohl "nur" beruhigend einwirken, als auch eine komplette Narkose einleiten. Midazolam wirkt beruhigend (sedierend), angstlösend (anxiolytisch), entkrampfend (antikonvulsiv) und muskelentkrampfend (muskelrelaxierend). Als Nebenwirkung steht - wie bei allen Schlafmitteln - die Atemdepression im Vordergrund (in einem solchen Fall müsste das Kind bis zum Abklingen der Wirkung oder der Gabe eines Gegenmittels beatmet werden). Prinzipiell wird Midazolam aber gut vertragen und und wird häufig in der Zahnmedizin zur Behandlung bei Kindern eingesetzt, der Arzt muss aber in der Lage sein, bei Problemen adäquat reagieren zu können (Beatmung). Das Mittel hat zudem den angenehmen Nebeneffekt, dass die Kinder in der Regel während des Eingriffs ansprechbar sind, sich aber im Anschluss an die Untersuchung etc. an nichts erinnern können.
Lachgas
hat eine ähnliche Wirkung wie das Dormicum, wird aber mit Hilfe einer kleinen Maske als Gas eingeatmet. Das Gefühl von Entspannung und Leichtigkeit tritt  sofort auf, der Patient ist während der gesamten Behandlung ansprechbar. Der Patient empfindet eine leichte Müdigkeit, angenehme Trance, die Schmerzempfindlichkeit wird reduziert, der Würgereiz wird aufgehoben . Genauso schnell wird es auch wieder abgebaut. Bereits nach 20 min. ist z.B. die Fahrtüchtigkeit wieder gegeben. Lachgas wird immer in Kombination mit min. 30% reinem Sauerstoff verabreicht, weshalb bei den heutigen Geräten keine betriebsbedingten Komplikationen mehr auftreten können.  

Bei sehr ängstlichen Patienten oder sehr unkooperativen Kindern bieten wir die Behandlung in Vollnarkose an. Mit dieser Methode haben wir bei Kindern sehr gute Erfahrungen gemacht.  Der zahnärztliche Eingriff erfolgt in unseren hausinternen OP-Räumen mit Unterstützung eines seit vielen Jahren ambulant tätigen Narkoseärzteteam.

Kleine Patienten haben oft grosse Angst. Bei uns muss das nicht sein.

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